Nachhaltigkeit

Großinvestoren schwenken um!

In der Finanzindustrie gilt das Thema Nachhaltigkeit als eine der wichtigsten Entwicklungen der vergangenen Jahre. Diese Nachricht wurde dieser Tage von einer deutschen Nachrichtensendung verbreitet (tagesschau/wirtschaft 2.12.19 6:45). Tatsächlich versuchen viele, auch renommierte, Investmentangebote in ihrer Publicity den Eindruck zu erwecken, dass jeder schon immer Nachhaltigkeit im Blick hatte. Aus einer belächelten Nische im Investmentgeschäft hat die Nachhaltigkeit den Sprung in die Pflichtkür geschafft. Allerdings ist das Wort dabei zu einem inflationären Begriff geworden, der von allen in den Mund genommen wird, bei dem aber jeder etwas anderes denkt. Um dem Wirrwarr ein Ende zu bereiten und Bedeutungssicherheit zu schaffen hat die Europäische Union auch dieser Tage ihren Bericht über eine Nachhaltigkeits-Taxonomie vorgelegt. Dabei handelt es sich um einen Kriterienkatalog, der Investoren und Finanzierern Aufschluss über die Nachhaltigkeit von Investments geben soll. Dabei kann es hilfreich sein einmal die ursprüngliche Bedeutung des Wortes in Erinnerung zu rufen. Nachhaltigkeit meint Zukunftstauglichkeit und Zukunftsfähigkeit. Nach dem alten Wörterbuch der Gebrüder Grimm meint nachhaltig: „auf längere Zeit anhaltend und wirkend“. Als Beispiel wird angeben: „nachhaltiger Ertrag des Bodens wird nur erzielt, wenn der Boden in gutem Stand erhalten wird“. Dabei wird nachhaltig in Verbindung gesetzt mit: etwas wertschätzen, achten, anerkennen und sich respektvoll zuwenden. Solche Wertschätzung ermöglicht Zukunftsgestaltung. Reden wir also von nachhaltigen Investments, so sollte es sich um zukunftsträchtige Finanzanlagen handeln, die nicht nur finanzielle Gewinne wertschätzen. Vielmehr ergeben sich nachhaltige Gewinne aus der Wertschätzung des Lebens und diese stehen auf dem Boden gerechter Arbeitsbedienungen, Umweltförderung und dem Wachstum des weltweiten Gemeinwohls.

Dankbarkeit (Erntedank) die Schwester der Nachhaltigkeit